Die LSV Rheinland-Pfalz ist besorgt über die Verschiebung der Abiturprüfungen
Die Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz (LSV RLP) zeigt sich besorgt über die Verschiebung von Abiturprüfungen. „Viele Schüler*innen bereiten sich über Monate intensiv auf ihre Prüfungen vor, sowohl fachlich als auch mental. Eine kurzfristige Verschiebung sorgt daher für zusätzlichen Stress, Unsicherheit und Belastung, besonders für Schüler*innen mit Prüfungsangst”, betont Isabelle Seltenreich, Pressereferentin der LSV.
Aus Sicht der Schüler*innen verdeutlicht die Situation ein Grundproblem des derzeitigen Systems, denn die Prüfungen sind extrem hoch gewichtet, erzeugen enormen Druck und lassen wenig Raum für selbstbestimmtes Lernen. Wird der Prüfungstermin verschoben, entsteht zusätzlicher Stress. Die mentale Vorbereitung muss erneut aufgebaut werden, während Unsicherheit und Anspannung weiter zunehmen.
Eine Verschiebung bedeutet nicht nur, dass Lernpläne durcheinandergeraten, sondern auch, dass der ohnehin hohe psychische Druck anhält. Statt nach der Prüfung Erleichterung zu verspüren, bleiben Unsicherheit, Anspannung und Prüfungsstress bestehen.
Auch wenn wetterbedingte Absagen aus Sicherheitsgründen nachvollziehbar sind, zeigen sie, wie wichtig verlässliche, transparente und schüler*innenorientierte Prüfungsbedingungen sind - ein zentrales Anliegen der LSV RLP.
Die LSV RLP fordert daher langfristig ein gerechteres und weniger belastendes Prüfungsformat, das die mentale Gesundheit der Schüler*innen stärker berücksichtigt und kontinuierliche Leistungen statt einzelner Hochdruckprüfungen belohnt.
Wir bewerten dies zwar als richtig und notwendig, dass die Gesundheit und Sicherheit der Schüler*innen an erster Stelle stehen und niemand gefährliche Schulwege auf sich nehmen muss. Dennoch ist die aktuelle Situation ein deutliches Zeichen an den Staat.
Sofie Emi Werberich, Pressereferentin der LSV: “Dass ein bisschen Winterwetter ausreicht, um das Abitur-System derart ins Wanken zu bringen, ist ein deutliches Warnsignal an den Staat und offenbart die tiefen Risse in unserer Infrastruktur. Ein ÖPNV, der bei der kleinsten Belastung kapituliert, entzieht den Schüler*innen die Grundlage für faire Bildungschancen.”
Der Staat ist in der Pflicht, eine verlässliche Mobilitätsgarantie zu schaffen, damit der Bildungserfolg nicht vom Wetterbericht abhängt.
Ein modernes Bildungssystem sollte die Entwicklung der Schüler*innen unterstützen und nicht nur danach bewerten, wie sie in einer besonders stressigen Prüfung abschneiden.
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Isabelle Seltenreich
Pressereferentin Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz (LSV RLP)
E-Mail: presse[at]lsvrlp.de