Mental Health Awareness Day
Notendruck und veraltete Strukturen belasten Schüler*innen: LSV RLP fordert konsequenten Ausbau der mentalen Gesundheit an Schulen
Zum weltweiten Mental Health Awareness Day macht die Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz (LSV RLP) auf die besorgniserregenden Belastungen von Schüler*innen an den Schulen des Landes aufmerksam. Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist eine fundamentale Voraussetzung für ihr Wohlbefinden, ihre schulische Leistungen sowie ihre Fähigkeit, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Das derzeitige Schulsystem erzeugt jedoch durch Notendruck, frühe Selektion und fehlender Unterstützungsangebote erhebliche mentale Belastungen.
In einer immer schnelleren und fordernden Welt sind Schüler*innen enormem Druck ausgesetzt. Noten dienen oft als Machtmittel, greifen das Selbstwertgefühl an und erzeugen Versagensängste, anstatt individuellen Lernfortschritt zu fördern. Zudem wird eine echte, fundierte Aufklärung weiterhin vergeblich gesucht und es fehlen flächendeckend essenzielle Unterstützungsstrukturen
Um die mentale Gesundheit an den Schulen in Rheinland-Pfalz nachhaltig zu stärken und dem Noten- und Leistungsdruck entgegenzuwirken, fordert die LSV RLP einen flächendeckenden Ausbau von Schulpsycholog*innen und Schulsozialarbeiter*innen zur frühzeitigen Erkennung und Betreuung bei psychischen Belastungen. Zudem müssen Lehrer*innen in der Aus- und Fortbildung verpflichtend für die Früherkennung psychischer Belastungen sensibilisiert werden, um betroffenen Schüler*innen rechtzeitig Unterstützung vermitteln zu können. Neben präventiven Schulprogrammen zur Stressbewältigung muss langfristig der Notendruck abgebaut und die Leistungsbewertung grundlegend neu gedacht werden. Gleichzeitig müssen ausreichend Ressourcen und Unterstützungsangebote für Schüler*innen mit psychischen Problemen und Erkrankungen bereitgestellt werden, damit eine angemessene Beratung, Betreuung und gegebenenfalls Weitervermittlung an geeignete Fachstellen gewährleistet ist.
- Bild von Total Shape auf Pixabay
„Psychische Gesundheit darf kein Randthema sein. Laut dem aktuellen Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung ist rund ein Viertel der Schüler*innen psychisch hoch belastet.Wie viele Warnsignale brauchen wir noch? Schulen brauchen endlich flächendeckende, niedrigschwellige Unterstützung nicht irgendwann, sondern jetzt“, betont Isabelle Seltenreich, Pressereferentin der LSV RLP.
Darüber hinaus fordert die LSV RLP die Durchführung von Schulprogrammen und Initiativen, die das Bewusstsein für mentale Gesundheit stärken, konkrete Strategien zur Stressbewältigung vermitteln und den sozialen Zusammenhalt sowie die gegenseitige Unterstützung unter Schüler*innen fördern. Neben solchen präventiven Angeboten muss langfristig der Notendruck abgebaut und die Leistungsbewertung grundlegend neu gedacht werden. Auch praktische Maßnahmen im Schulalltag, wie der freie Zugang zu Menstruationsprodukten auf Schultoiletten sowie verpflichtende Yogaangebote im Sportunterricht, können zur Entlastung beitragen.
„Schüler*innen sind keine Maschinen, die einfach funktionieren und Leistung erbringen müssen. Schule muss die Lebensrealität junger Menschen ernst nehmen und ihnen Raum für Entwicklung, Fehler und Erholung geben. Dazu gehört auch, den bestehenden Noten- und Leistungsdruck kritisch zu hinterfragen“, fordert Sofie Emi Werberich, Pressereferentin der LSV RLP.
Schule darf kein Ort sein, der krank macht. Schule muss sich von einer bloßen Leistungsprüfungsanstalt zu einem Ort des Lernens entwickeln, in dem die individuelle Entfaltung und das Wohlbefinden aller Schüler*innen im Vordergrund stehen. Die Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz appelliert daher eindringlich an das Bildungsministerium und die Landespolitik, den Mental Health Awareness Day zum Anlass zu nehmen, um die erforderlichen finanziellen sowie weitere Ressourcen bereitzustellen und die mentale Gesundheit der Schüler*innen endlich zu priorisieren.
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Bei Rückfragen steht Ihnen das Pressereferat der Landesschüler*innenvertretung RLP gerne zur Verfügung:
Sofie EMI Werberich | E-Mail: sofie.emi.werberich[at]lsvrlp.de
Fon: +49 152 07391856
Isabelle Seltenreich| E-Mail: isabelle.seltenreich[at] lsvrlp.de
Fon: +49 176 69298296








