Wir wollen nicht länger schweigen! – Für eine Schule der queeren Vielfalt und Akzeptanz

Der Juni steht weltweit im Zeichen des Pride Month. Er erinnert an den Einsatz für Gleichberechtigung, Sichtbarkeit und Akzeptanz der LGBTQIA+-Community. Auch wir als Landesschüler*innenvertretung Rheinland-Pfalz (LSV RLP) brechen das Schweigen: Nach wie vor ist die Auseinandersetzung mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Schulalltag absolut unzureichend verankert.

Isabelle Seltenreich, Pressereferentin der LSV RLP, betont: „Schule muss ein Ort werden, an dem sich endlich alle wohlfühlen. Aufklärung hilft Schüler*innen, sich zu trauen, sich zu outen und stolz auf ihre Identität zu sein. Dieses Thema darf kein Tabu mehr sein!“

Aufklärung schafft Verständnis und baut Vorurteile ab. Um Schulen von Angsträumen in sichere Räume zu verwandeln, untermauern wir unsere Haltung im Pride Month mit klaren Forderungen aus unserer Beschlusslage:

Unsere Kernforderungen an die Bildungspolitik:

  • Einrichtung von LSBTTIQ-Beauftragten: Wir fordern an jeder Schule eine*n feste*n Beauftragte*n als institutionelle Anlaufstelle für Schutz, Beratung und Unterstützung queerer Jugendliche.

  • Respekt für trans*, inter* und nicht-binäre Schüler*innen: Lehrkräfte müssen verpflichtet werden, den selbstbestimmten Namen und die korrekten Pronomina der Schüler*innen zu nutzen. Das diskriminierende „Deadnaming“ muss enden.

  • Genderneutrale Infrastruktur: Wir fordern den Bau von genderneutralen Toiletten und Umkleiden an allen Schulen – unter direkter Einbindung der Bedürfnisse queerer Schüler*innen vor Ort.

  • Schluss mit dem Binaritätszwang: Die Geschlechtertrennung im Sportunterricht muss abgeschafft werden, da sie non-binäre und trans* Jugendliche ausschließt. Auch auf Schulfahrten muss die Zimmereinteilung frei und unabhängig vom Geschlecht wählbar sein.

  • Sichtbarkeit durch Sprache: Wir fordern die verbindliche Nutzung genderneutraler Sprache mit dem Gender-Sternchen (z. B. „Schüler*innen“) in Schulbüchern und staatlichen Publikationen.

  • Moderne Sexualerziehung: Schule muss die Vielfältigkeit der verschiedenen Sexualitäten und Orientierungen unvoreingenommen beleuchten. Ziel muss es sein, Jugendliche zu einem selbstbestimmten, verantwortungsvollen Umgang mit ihrer Sexualität zu befähigen – frei von veralteten gesellschaftlichen Wertvorstellungen. 

Sofie Emi Werberich, Pressereferentin der LSV RLP, fordert: „Es reicht nicht mehr, nur im Juni die Regenbogenflagge zu hissen. Wir fordern strukturelle Veränderungen im rheinland-pfälzischen Schulsystem: von genderneutralen Toiletten bis hin zur verpflichtenden Akzeptanz von selbstbestimmten Namen und Pronomina. Die Zeit des Schweigens ist vorbei.“ 

Der Kampf gegen Queerfeindlichkeit ist untrennbar mit echter Inklusion verknüpft. Wir fordern eine Schule, die alle Barrieren abbaut – sei es für Menschen mit Behinderungen oder für jene, die wegen ihrer Herkunft oder Identität ausgegrenzt werden. Gemeinsames Lernen muss zum universellen Prinzip werden, damit keine Parallelgesellschaften entstehen.

Wir sagen der LGBTQIA+-Community: Ihr seid nicht allein! Wir stehen solidarisch an eurer Seite. Um dieses Zeichen laut in den öffentlichen Raum zu tragen, nimmt die LSV RLP auch in diesem Jahr wieder aktiv an verschiedenen Christopher Street Days (CSDs) in Rheinland-Pfalz teil.

Schule muss endlich ein Ort sein, an dem sich alle Menschen willkommen, respektiert und sicher fühlen. Wir sind nicht länger still!

 

Bei Rückfragen steht Ihnen das Pressereferat der Landesschüler*innenvertretung RLP gerne zur Verfügung: Sofie Emi Werberich | E-Mail: sofie.emi.werberich[at]lsvrlp.de | Fon: +49 152 07391856 | Isabelle Seltenreich| E-Mail: isabelle.seltenreich[at]lsvrlp.de