Ein klares Bekenntnis zur Schule für ALLE: Warum unsere bisherige Wahrnehmung zu einseitig war

Korrektur und Richtigstellung zu unserer gestrigen PM zum Förderschulgesetz

Mit der heutigen Mitteilung korrigiert die Landesschüler*innenvertretung ihre Berichterstattung und Positionierung zum geplanten Förderschulgesetz grundlegend. Nach einer internen Aufarbeitung müssen wir einräumen, dass wir bei der Erstellung unserer vorangegangenen Pressemitteilung einer einseitigen Wahrnehmung unterlagen, die einer objektiven und ganzheitlichen Betrachtung der Bildungslandschaft nicht gerecht wurde.

Wir müssen selbstkritisch anerkennen, dass wir uns von einem verkürzten Narrativ haben leiten lassen. Anstatt die Tiefe der Thematik vollumfänglich zu recherchieren, war unsere Sichtweise eindimensional. Wir haben die transformative Bedeutung der Inklusion zugunsten einer überholten Struktur vernachlässigt. Für diese Fehlleitung, die auf einer Mischung aus narrativer Voreingenommenheit und fehlender Recherche beruhte, möchten wir uns aufrichtig entschuldigen.

Es ist uns ein Anliegen, unsere Position hiermit unmissverständlich klarzustellen: Wir setzen uns mit Nachdruck für eine Schule für ALLE ein. Ein entscheidender Punkt hierbei ist der gezielte Einsatz von Ressourcen. Fördermittel können und müssen echte Chancengleichheit bedeuten, doch dies darf niemals an die Bedingung einer Trennung von Schüler*innen geknüpft sein. Finanzielle und pädagogische Unterstützung müssen dort ankommen, wo die Kinder sind: in der gemeinsamen Mitte der Gemeinschaft. Eine Segregation darf nicht länger die Voraussetzung für staatliche Hilfe sein.

Frühe Segregation darf im 21. Jahrhundert kein Standard mehr sein. Wir sind davon überzeugt, dass mentale Gesundheit und persönliches Wachstum dort am besten gelingt, wo Kinder sich als Teil einer vielfältigen Gemeinschaft erleben. Systemische Trennung hingegen fördert Stigmatisierung und Ausgrenzung.

Jedes Kind verdient die Chance, Teil eines großflächigen, inklusiven Systems zu sein, das individuelle Stärken fördert, anstatt Schwächen zu isolieren. Wir begreifen diese Korrektur als notwendigen Schritt, um die Chance auf ein wirklich gerechtes Bildungssystem für alle Schüler*innen zu wahren.

Wir danken für die kritischen Rückmeldungen, die uns dazu bewegt haben, unsere eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und zu korrigieren.


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Bei Rückfragen steht Ihnen das Pressereferat der Landesschüler*innenvertretung RLP gerne zur Verfügung:

Sofie Emi Werberich | E-Mail: Sofie.Emi.Werberich[at]lsvrlp.de
Isabelle Seltenreich | E-Mail: Isabelle.Seltenreich[at]lsvrlp.de